4ʃ3 dem ſie die Natur ſonſt noch mochte faͤhig gemach haben.
Leider muſſt' ich auch bey ſolchen Gelegenheiten
viel traurige Erfahrungen uͤber mein eigen Geſchlecht machen, und wahrhaftig, als Maͤdchen von ſechszehn Jahren war ich kluͤger als ich jetzt bin, jetzt, da ich mich ſelbſt kaum verſtehe. Warum ſind wir ſo klug, wenn wir jung ſind, ſo klug, um immer thoͤrichter zu werden!
Der Knabe machte Lerm, Aurelie ward ungeduldig und klingelte. Ein altes Weib kam herein, ihn weg⸗ zuholen. Haſt du noch immer Zahnweh? ſagte Aurelie zu der Alten, die das Geſicht verbunden hatte. Faſt unleidliches, verſetzte dieſe mit dumpfer Stimme, hob den Knaben auf, der gerne mitzugehen ſchien, und brachte ihn weg. 4.
Kaum war das Kind bey Seite, als Aurelie bitter⸗ lich zu weinen anfing. Ich kann nichts als jammern und klagen, rief ſie aus, und ich ſchaͤme mich, wie ein armer Wurm vor Ihnen zu liegen. Meine Beſonnen⸗ heit iſt ſchon weg, und ich kann nicht mehr erzäͤhlen. Sie ſtockte und ſchwieg. Ihr Freund, der nichts All⸗ gemeines ſagen wollte, und nichts Beſonderes zu ſa⸗ gen wuſſte, druͤckte ihre Hand, und ſah ſie eine Zeit lang an. Endlich nahm er in der Verlegenheit ein Buch auf, das er vor ſich auf dem Tiſchchen liegen fand; es waren Shakeſpears Werke, und Hamlet auf⸗ geſchlagen. m


