Teil eines Werkes 
3. Bd. (1816) Werke
Einzelbild herunterladen

41—

lichſte; ſie verſchwammen in Gluͤckſeligkeit, wenn ſie einander, ſo bebaͤndert und aufgeſchmuͤckt, recht idea⸗ liſch vorkamen, indeß gegenuͤber die ungluͤcklichen Ne⸗ benbuhler ſich vor Neid verzehrten, und mit Trotz und Schadenfreude allerley Unheil anrichteten.

Dieſe Spiele, obgleich ohne Verſtand unternommen und ohne Anleitung durchgefuͤhrt, waren doch nicht ohne Nutzen fuͤr uns. Wir uͤbten unſer Gedaͤchtniß und un⸗ ſern Koͤrper, und erlangten mehr Geſchmeidigkeit im Sprechen und Betragen, als man ſonſt in ſo fruͤhen Jahren gewinnen kann. Fuͤr mich aber war jene Zeit beſonders Epoche, mein Geiſt richtete ſich ganz nach dem Theater, und ich fand kein größer Gluͤck, als Schau⸗ ſpiele zu leſen, zu ſchreiben und zu ſpielen.

Der Unterricht meiner Lehrer dauerte fort, man hatte mich dem Handelsſtand gewidmet, und zu unſerm Nach⸗ bar auf das Comptoir gethan; aber eben zu ſelbiger Zeit entfernte ſich mein Geiſt nur gewaltſamer von allem, was ich fuͤr ein niedriges Geſchaͤft halten muſſte. Der Buͤhne wollte ich meine ganze Thotigkeit widmen, auf ihr mein Gluͤck und meine Zufriedenheit finden.

Ich erinnere mich noch eines Gedichtes, das ſich un⸗ ter meinen Papieren finden muß, in welchem die Muſe der tragiſchen Dichtkunſt und eine andere Frauensgeſtalt, in der ich das Gewerbe perſonifizirt hatte, ſich um meine werthe Perſon recht wacker zanken. Die Erfindung iſt gemein, und ich erinnere mich nicht, ob die Verſe etwas