Teil eines Werkes 
3. Bd. (1816) Werke
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ſten war, ſtand ich doch der heidniſchen Heldin mit gan⸗ 63

zem Herzen bey, als ſie unternahm, den großen Thurm der Belagerer anzuzuͤnden. Und wie nun Tancred dem vermeinten Krieger in der Nacht begegnet, unter der duſtern Huͤlle der Streit beginnt, und ſie gewaltig kaͤm⸗ pfen— ich konnte nie die Worte ausſprechen:

Allein das Lebensmaß Chlorindens iſt nun voll,

Und ihre Stunde kommt, in der ſie ſterben ſoll! daß mir nicht die Thraͤnen in die Augen kamen, die reichlich floſſen, wie der ungluͤckliche Liebhaber ihr das Schwert in die Bruſt ſtößt, der Sinkenden den Helm lost, ſie erkennt, und zur Taufe bebend das Waſſer holt.

Aber wie ging mir das Herz uͤber, wenn in dem be⸗

zanberten Walde Tancredens Schwert den Baum trifft, Blut nach dem Hiebe fließt, und eine Stimme ihm in die Ohren toͤnt, daß er auch hier Chlorinden verwunde, daß er vom Schickſal beſtimmt ſey, das was er liebt uͤberall unwiſſend zu verletzen! un on

Es bemaͤchtigte ſich die Geſchichte meiner Einbildungs⸗ kraft ſo, daß ſich mir, was ich von dem Gedichte geleſen hatte, dunkel zu einem Ganzen in der Seele bildete, von dem ich dergeſtalt eingenommen war, daß ich es auf ir⸗ gend eine Weiſe vorzuſtellen gedachte. Ich wollte Tan⸗ creden und Reinalden ſpielen, und fand dazu zwey Rü⸗ ſtungen ganz bereit, die ich ſchon gefertigt hatte. Die eine von dunkelgrauem Papier mit Schuppen ſollte den

ernſten Tancred, die andre von Silber⸗ und Goldpa⸗