Teil eines Werkes 
3. Bd. (1816) Werke
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Wie verwunderte ſich Mariane, wie entſetzte ſich Bar⸗ bara, als die aufgebundene Serviette einen verworrenen Haufen ſpannelanger Puppen ſehen ließ. Mariane lachte laut, als Wilhelm die verworrenen Draͤte auseinander zu wickeln und jede Figur einzeln vorzuzeigen bemuͤhet war. Die Alte ſchlich verdrießlich bey Seite. Es bedarf nur einer Kleinigkeit, um zwey Liebende zu unterhalten, und ſo vergnuͤgten ſich unſte Freunde dieſen Abend aufs Beſte. Die kleine Truppe wurde gemuſtert, ſede Figur genau betrachtet und belacht. Koͤnig Saul im ſchwarzen Sammtrocke mit der goldenen Krone wollte Marianen gar nicht gefallen; er ſaͤhe ihr, ſagte ſie, zu

ſteif und pedantiſch aus. Deſto beſſer behagte ihr Jona⸗ than, ſein glattes Kinn, ſein gelb und rothes Kleid und

der Turban. Auch wuſſtte ſie ihn gar artig am Drate hin und her zu drehen, ließ ihn Reverenzen machen und Lie⸗ beserklaͤrungen herſagen. Dagegen wollte ſie dem Pro⸗

pheten Samuel nicht die mindeſte Aufmerkſamkeit ſchen⸗

ken, wenn ihr gleich Wilhelm das Bruſtſchildchen anpries und erzaͤhlte, daß der Schillertaft des Leibrocks von einem 4 alten Kleide der Großmutter genommen ſey. David war ihr zu klein, und Goliath zu groß, ſie hielt ſich an ihren Jonathan. Sie wuſſte ihm ſo artig zu thun, und zuletzt ihre Liebkoſungen von der Puppe auf unſern Freund her⸗ über zu tragen, daß auch dießmal wieder ein geringes 1 Spiel die Einleitung glücklicher Stunden ward. Aus der Sußigkeit ihrer zaͤrtlichen Traͤume wurden ſie