Leidenſchaft werden wollte, erwiederte die Alte ſpottend; ihr nehmt euch der Unmuͤndigen, der Unvermoͤgenden mit großem Eifer an. Es muß reizend ſeyn, als uneigen⸗ nuͤtzige Geberinn angebetet zu werden.—
Worte aus! Das ſü dieſe denſ 4
geſtellt habe, von der ich keinen Begriff hatte. Ja, ich will mich ihm um den Hals werfen! ich will ihn faſſen, als wenn ich ihn ewig halten wollte. Ich will ihm meine ganze Liebe zeigen, ſeine Liebe in ihrem ganzen Umfang genießen.—
Maßigt euch, ſagte die Alte gelaſſen: mäͤßigt euch!
Ich muß eure Freude durch Ein Wort unterbrochen: Nor⸗
berg kommt! In vierzehn Tagen kommt er! Hier iſt ſein
Brief, der die Geſchenke begleitet hat.—
und wenn mir die Morgenſonne meinen Freund rau⸗ ben ſollte, will ich mirs verbergen. Vierzehn Tage!
Welche Ewigkeit! In vierzehn Tagen, was kann da nicht
Polſalen⸗ was kann ſich da nicht veraͤndern!
Wilhelm trat hinein. Mit welcher Lebhaftigkeit flog ſie ihm entgegen! mit welchem Entzucken umſchlang er
die rothe Uniform! druͤckte er das weiße Atlaßweſtchen« an ſeine Bruſt! Wer wagte hier zu beſchreihen, wem geziemt es, die Seligkeit zweyer Liebenden auszuſprechen! Die Alte ging murrend bey Seite; wir entfernen uns mit ihr und laſſen die Gluͤcklichen allein.


