Teil eines Werkes 
5. Bd. (1876)
Entstehung
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zen und webte ſich durch all ihr Fühlen und Denken: Rudolph Eckhardt war vor dem Mont⸗Avron gefallen, und die Beſtätigung der Nachricht durch Gotter an ſie gelangt. Wie mächtig dieſe Botſchaft an ihrem Inner⸗ ſten gerüttelt, kam ihr ſelbſt erſt allmählig zum Bewußt⸗ ſein. Während ſie in der Einſamkeit ihres Zimmers weinte und betete wie auf einem Grabe, entrang ſich der Trauer ein Entſchluß, der ohnedies wohl noch langer Kämpfe bedurft hätte.

Das junge Herz, deſſen Hingebung ſie erſt in der letzten Stunde erkannt, dem ſie durch ihr Abwenden ſo namenlos weh gethan, war ſtumm geworden kein Blick, kein Wort vermochte fortan gutzumachen, was es um ſie, durch ſie gelitten! Ein anderes Herz aber, ihr mit gleicher Treue ergeben, ſchlug noch dem Leben, der Zukunft, und auch dies ließ ſie leiden, durch gleiches Abwenden leiden, nur weil Stolz und weibliche Scheu dem eigenen Wunſche des Verge⸗ bens und Gewährens den Sieg nicht gönnen wollten! Tief blickte Eugenie in die Gründe ihrer erſchütterten Seele hinab! Unter dem Geläute der Weihnachtsglocken ward der letzte Kampf durchgerungen dem Lebenden gerecht zu werden, erſchien ihrer hochgeſpannten Empfin⸗ dung zugleich als Sühne für den Todten.

Die letzte Strophe des Weihnachtsliedes verhallte.