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und befriedigt blickte die gute Frau der lieblichen Ge⸗ ſtalt nach, die im Hauſe verſchwand, und ſetzte mit Ruhe ihren Weg nach der Stadt fort, nicht ahnend, welchen Sturm ihre Mittheilung im Innerſten ihrer jungen Freundin zuüückgelaſſen.
Er war hier! in ihrer Nähe! Verwundet— ſeit Monaten von Schmerzen gequält!— ſo nahe war ihm der Tod geweſen, daß eine Linie tiefer ſein Herz für ewig ſtill ſtehen ließ— das Herz welches ſie ſo ſtreng von ſich gewieſen!— Heute kämpfte ſie nicht mehr gegen das ihre! Jeder Pulsſchlag flog dem Geliebten zu, ſie wog weder eine Schuld, noch dachte ſie an Ver⸗ geben; nur ein Bewußtſein war kraftvoll lebendig: ſie fühlte ſich die Seine! Niemals hatte ſie dem Erlebten freiwillig nachgehangen, es immer von Neuem faſt ge⸗ waltſam von ſich geſcheucht und doch empfunden, daß Erinnerung gleich einer ewigen Lampe im tiefſten Schacht ihrer Seele glühte.
Eugenien war zu Mutho, als ſei ein Reif gelöſt, der gewaltige Kräfte gefeſſelt— und ſie irrte nicht,
denn die höchſte Kraft ihrer Natur war Treue! Ihr
ſtets zu den Höhen des Lebens ſtrebendes Weſen hatte unter dem langen Widerſtreite des Nichtwollens und doch Müſſens unendlich gelitten, jetzt hob befreites Be⸗ wußtſein ſie plötzlich weit über Kampf und Streit.


