Teil eines Werkes 
5. Bd. (1876)
Entstehung
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die Präſidentin verdrießlich;„mein Gott, ein ſo ſchwa⸗ ches Zeichen der Theilnahme, wie ein Gruß iſt, kann man doch wahrlich einem alten Bekannten auf ſeinem Schmerzenslager gönnen.“

„Einem alten Bekannten, ja!“ ſagte Eugenie jetzt mit voller Herrſchaft über Ton und Blick;„aber wenn Sie bedenken, wie viel Zeit, welche Ereigniſſe zwiſchen einem längſt verklungenen Ballabend und heute liegen, ſo geben Sie mir gewiß zu, daß ein Gruß von mir Herrn von Triefels befremden müßte, wenn ihn auch das Zuſammentreffen mit Ihnen flüchtig an ſeine Tän⸗ zerin erinnert hat. Bitte alſo, laſſen Sie es lieber!“

„Wie Sie wollen“, ſchmollte die Präſidentin; „wäre ich an Ihrer Stelle, ſo ſchickte ich ihm nicht nur einen Gruß, ſondern eine Roſe, oder ſonſt etwas Zar⸗ tes, wie es dem Kranken wohl thut, einem Helden ge⸗ bührt! Aber ganz, wie Sie wollen; ich beſcheide mich ja!“

Eugenie lächelte gedankenvoll, während ſie der alten Dame in die vergebens unwilligen Ausdruck ver⸗ ſuchenden Augen blickte und ſtehen blieb, um ſich von ihr zu verabſchieden, da Beide an dem zur Villa ſich abzweigenden Pfade angelangt waren. Mit raſcher Bewegung hob ſie die Hand der Präſidentin an ihre Lippen und ſagte liebevoll:„Wer von Ihnen gepflegt und gehegt wird bedarf Nichts von außen!“— Verſöhnt