Teil eines Werkes 
5. Bd. (1876)
Entstehung
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des Morgens längſt entrungene Sonne auf die Thal⸗ ſchlucht nieder, in deren Mitte die Feſtung Sedan lag, umſchloſſen von den dichtbewaldeten Ardennen. Hell ſchlängelte ſich die blitzende Maas durch üppiges Wie⸗ ſengelände. Ueber den Wipfeln der Laubwälder hingen noch einzelne Nebelſtreifen wie geiſterhaftes Geſpinnſt. Und auf den Höhen, in den Gründen hatte ſeit ſechs Uhr Morgens die verhängnißvollſte aller Schlachten gewüthet.

Seit einer Stunde ſchwiegen die Batterien; im Kampfe war eine Pauſe eingetreten. Einer lebendigen Mauer gleich ſchloſſen ſich die Sieger des blutigen Tages als doppelter, dreifacher Ring um die Veſte und blickten voll wachſender Spannung nach den Wäl⸗ len, auf denen ſich die erwartete Parlamentärflagge noch immer nicht zeigte. Und doch war den Franzoſen nur noch die eine Wahl zwiſchen Ergebung und Ver⸗ nichtung geblieben.

Tauſende von Gefangenen wurden in Schaaren zuſammengetrieben, Tauſende von Todten und Verwun⸗ deten bedeckten das weite Schlachtfeld— Mann und Roß, Freund und Feind in jammervoller Eintracht auf einander gehäuft. Hinter den Kampfeslinien zogen ſich ringsum die Sanitätsdetachements. In unheimlicher Geſchäftigkeit wanderten Krankenträger mit Bahren