Teil eines Werkes 
5. Bd. (1876)
Entstehung
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Eurem Vater gehen, Mathilde, und Auge in Auge Eure Hand von ihm erbitten demüthig will ich bitten, wenn ſein Stolz dies fordert. Größeres könnte ich nicht thun, Euch meine Liebe zu erweiſen zehnfach in den Tod zu gehen wäre leichter, als anhören was Cuer Vater mir ſagen kann, was er mir ſchwerlich erſparen wird. Doch iſt der Preis des höchſten Opfers werth, das ein Mann zu bringen vermag! Mathilde ich liebe Euch! Gott ſei uns gnädig!

In leidenſchaftlicher Erregung berührten ſeine Lip⸗ pen ihre Stirn, und mit kurzem Neigen ſeines ſchönen Kopfes gegen die Gräfin wandte er ſich ohne weiteres Wort und verließ das Haus.

Das ergraute Haupt in düſterem Sinnen auf die Hand geſtützt, ſaß der Freiherr von Wolframsdorf zur Dämmerſtunde in ſeinem Arbeitscabinet. Die hohen, mit dunkelm Holzgetäfel bekleideten Wände, die düſteren Farbentöne des ſchweren Stoffes der Einrichtung dieſes Gemaches, ſpiegelten gleichſam den finſtern Zug wie⸗ der, der auf dem Antlitz ſeines Inhabers lagerte. Herr von Wolframsdorf war ſchon bejahrt; ſein von tau⸗ ſend Furchen durchzogenes Geſicht, ſein erbleichtes, ſpärliches Haar ließen ihn ſogar noch älter erſcheinen, als er in der That war, dennoch verliehen ihm die