Teil eines Werkes 
5. Bd. (1876)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Schüchtern berührte ihre leichte Hand die ſeine, als ſie erglühend, mit leiſem tief innigem Tone ſprach: Nein, Ferdinand, Ihr dürft das Glück nicht bereuen, das Ihr mir gegeben. Mag es enden, wie es wolle, mein einziger Troſt, mein höchſter Beſitz bleibt Eure Liebe!

Er vergaß Leid und Groll, vergaß die fremden Augen und ſchloß ſie an ſeine Bruſt, was ſein war, ſich als ſein bekannte. Es geſchah zum erſten Male. Als er ihrem leiſen Erbeben nachgab und ſie aus ſei⸗ nen Armen ließ, zuckte es ihm jäh durch's Bewußtſein, daß es vielleicht auch zum letzten Male geweſen.

Ich nahm Euer Wort in ſeiner ganzen Schwere, unterbrach die Gräfin das Schweigen,und dennoch Arco, frage ich weshalb Ihr nicht wenigſtens einen Verſuch wagen wollt, zum guten Ziel zu gelangen? Herr von Wolframsdorf iſt ein ſtrenger aber gerechter Mann iſt es denkbar daß er den Sohn für den Vater büßen laſſen wird, nachdem Jener, der ihn be⸗ leidigt, die Augen geſchloſſen? Die Gunſt des Kurfür⸗ ſten zeichnet Euch aus wenn Ihr den hohen Herrn erſuchen wolltet, Euer Freiwerber zu ſein?

Unmöglich! brach Arco in Heftigkeit aus, doch führte ihn der Gräfin betroffener Blick raſch zur Ruhe zurück.Dies geht nicht an, ſagte er in tiefem Ernſt, doch ſei Anderes gewagt. Ich werde heute noch zu