4—2
4 4
uns lieber auf Mittel denken, das Drohende, aber noch Ungeſchehene friedſam abzuwenden. Ich weiß, daß der Freiherr von Wolframsdorf alten, böſen Groll auf Euer Haus nährt; die Urſachen deſſelben kenne ich nicht, und ſo viel mir bewußt, hat auch Mathildens Mutter nie erfahren, wodurch die Freundſchaft, welche Euren Vater und den Freiherrn einſt verband, ſo plötz⸗ lich in Haß gewandelt worden. Wollt und dürft Ihr hierüber offen ſein, ſo ließe ſich vielleicht jetzt vermit⸗ teln! Jahre ſind vergangen ſeit Euer edler Vater die ewige Ruhe gefunden.“
Ferdinand blickte finſter vor ſich nieder, und zögerte lange mit der Antwort. Endlich ſagte er gepreßten Tones:„Was Ihr zu erfahren fordert, Gräfin, darf ich nicht äußern. Nur das Eine wißt tief wurzelt Groll und Feindſchaft, und der, dem davon die bitter⸗ ſten Früchte reiften, war mein Vater. Nie dachte ich
den Namen Wolframsdorf in Liebe auszuſprechen, und
doch mußte ich erfahren, daß nichts ſich ſo tief und feſt im Herzen feſtwächſt, als ein Empfinden dem man lange widerſtreitet. Ich mußte Mathilde lieben— Gott verzeihe mir daß mir die Kraft gebrach das vor ihr zu bergen, denn ich wußte gut genug, daß ich ſie nur in hoffnungsloſe Stürme zog!“
Das junge Mädchen trat dicht an ſeine Seite.


