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Sekunden hatten genügt um verſtanden zu wer⸗ den, und obgleich das zarte, glühende Geſichtchen ſich nicht mehr erhob, fühlte ſich Ferdinand doch wie be⸗ flügelt. Das iſt ja Recht und Kraft junger Liebe, daß ſie jeden Widerſtreit lächelnd vergißt, ſobald ihr in der Gegenwart eine beglückende Stunde winkt!
Der dritte Schlag der Thurmuhr hatte noch nicht ausgetönt, als der junge Edelmann bereits die Schwelle des gräflich Tauffkirchen'ſchen Palaſtes überſchritt. Er fand ſofort Einlaß bei der Gräfin, traf ſie aber allein. „Seid willkommen, Graf Arco“, ſprach die Matrone in würdigem Ton, als er ſich ſtumm vor ihr verneigte. „Meine Zuſtimmung zu Eurem heutigen Beſuch beweiſt Euch ein großes Vertrauen, und ich rechne auf Eure Chre, daſſelbe zu rechtfertigen. Ich darf nicht billigen daß Ihr Mathilde Wolframsdorf zu dem gewagten Schritt verleitet habt, wider Wiſſen und Willen ihres Vaters am dritten Ort mit ihr zuſammen zu treffen. Um Arges zu verhüten willigte ich trotzdem ein, Euch Beiden zu ſolcher Zwieſprache mein Haus als Aſyl zu leihen, fordere aber Zeugin dieſer Unterredung zu ſein.“
„Ihr fordert was ich zu erbitten dachte, gnädigſte Frau“, erwiderte Ferdinand ernſt.„Was Ihr gewährt, darf mir als Zeichen Eurer Achtung gelten, deshalb hoffe ich auf Euren Beiſtand. Mathilde iſt mutterlos,


