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geſellte ſich der Schmerz, nun der Trennung von der Kleinen entgegenzugehen, die ihr ſo theuer geworden war, wie man alles lieben lernt, das mit Leiden und Opfern erkauft wurde. Der Augenblick war gekommen. Bange ſchmiegte ſich Maria an die junge Pflegemutter, als eine hohe Geſtalt mit leidenſchaftlicher Bewegung an ihr niederſank und ſie mit heißen Küſſen in die Arme ſchloß. Katharina Opalinska, Stanislaus' Ge⸗ mahlin, war eine impoſante Brünette von fünfund⸗ zwanzig Jahren; ihre Haltung königlich, jede ihrer Bewegungen edel, die Harmonie ihrer klaſſiſchen Züge brachte faſt den Eindruck der Kälte hervor, wenn man ſie in ihrer gewöhnlichen Stimmung ſah. Wer aber die Königin in dieſem Augenblicke geſchaut hätte, wie ſie das zarte Kind in ihren Armen hielt und ſeine blonden Locken mit heißen Thränen befeuchtete, würde keinen Ausdruck in dem edlen Antlitz vermißt haben.
Die ſchüchternen Augen der kleinen Prinzeſſin, die ſich von den ſtürmiſchen Liebkoſungen der fremdgewor⸗ denen Mutter beängſtigt fühlte, wendeten ſich beſtändig zurück nach Martha, die ſich etwas zurückgezogen hatte, und dadurch ward die Königin gleich unter dem Ein⸗ druck des erſten Freudenſchauers auf ſie aufmerkſam. Liebevoll ſchloß ſie das junge Mädchen in die Arme, das ihrem Kinde ein Jahr lang Mutter geweſen war,


