Teil eines Werkes 
4. Bd. (1876)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

205

Arnold, daß ſeine Abreiſe damals nur dem ſchon ge⸗ faßten Beſchluß der Freunde zuvorgekommen ſei, und deſſen Ausführung dadurch unnöthig gemacht hatte. Der Gedanke, wie leicht es möglich geweſen wäre, daß dieſe ganze, für ſo Viele hochwichtige Angelegenheit vielleicht für immer der Aufklärung hätte entbehren können, erfüllte ihn mit Dank gegen den Lenker aller menſchlichen Schickſale, und ließ ihn während der be⸗ glückenden Reiſetage die ſchöne Gegenwart als ein Wunder empfinden.

Der Hofcavalier, der die Reiſenden bei ihrer An⸗ kunft in Stettin empfing, war von der Königin beauf⸗ tragt, ihr die kleine Prinzeſſin in Martha's Begleitung zuzuführen. Schon beim Beginn der Reiſe hatten die Geſchwiſter den väterlichen Namen wieder angenommen, und aus der Begrüßung, die ihnen von Seiten des Kämmerers zu Theil ward, ging hervor, daß die Kö⸗ nigin das früher angenommene Verhältniß entweder nicht kannte, oder doch jedenfalls den freundlichen Takt hatte, das junge Geſchwiſterpaar den neugierigen Commentaren ihrer Umgebung nicht auszuſetzen.

Martha's Herz ſchlug zum Erſticken, als ſie, ihren Pflegling an der Hand, das Schloß betrat. Zu dem aufregenden Gedanken, einer Mutter, der Königin ihres Landes, ein längſt verloren geglaubtes Kind zuzuführen,