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kanzler zu ſondiren, und nachdem es ihr endlich auch gelang, Frau von Hoym für ihn zu intereſſiren, war der Weg zu ſeiner Befreiung angebahnt. Wirklich er⸗ hielt er ſeine Begnadigung; ſcheinbar zwar unter her⸗ ben Bedingungen, doch hatte Auguſt in ſeiner gewohn⸗ ten zweideutigen Weiſe dieſe nur der Gegner Beichlin⸗ gen's wegen vorgeſchoben, und ihm durch den Gemahl der Frau von Hoym ganz anders lautende Vorſchläge machen laſſen. Da ſein großer perſönlicher Einfluß auf Auguſt bekannt war, fand ſich der frühere Groß⸗ kanzler ſogleich bei ſeiner Entlaſſung aus dem Sonnen⸗ ſtein von einer großen Anzahl von Schmeichlern und Anhängern umgeben, die ihn bald wieder in der frühe⸗ ren einflußreichen Stellung zu ſehen erwarteten.
Alle ſeine Beſtrebungen richteten ſich auf das Ziel, ſeine einſtige Macht wieder zu gewinnen, und mit der Undankbarkeit eines echten Höflings vermied Beichlin⸗ gen jede Annäherung an Louiſe von Rechenberg. Er wußte recht gut, daß ſeine Befreiung das Reſultat ihrer unausgeſetzten Beſtrebungen ſei, doch kannte er auch des Königs innerliche Abneigung gegen ſie und nun, wo ſie keine Staffel, ſondern nur ein Hinderniß für ſeine Zwecke ſein konnte, bot die längſt erloſchene
3 Leidenſchaft für ihre Perſon kein Gegengewicht mehr.
Noch in der Blüthe ihrer Jahre ward die Baronin


