Teil eines Werkes 
4. Bd. (1876)
Entstehung
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Schweſter im Arm, die Liebenden wußten es nicht. Wie im Traume wechſelten ſie die erſten Fragen und Aufklärungen, das Wie? und Warum? war Beiden jetzt ſo ganz zur Nebenſache geworden, das Bedürfniß, die lang zurückgedrängte Liebe leuchten und ſtrahlen zu laſſen, ließ alles Andere gleichgültig erſcheinen.

Fritz war aber um ſo geſpannter, den Zuſammen⸗ hang in allen Einzelnheiten zu erfahren, und während er durch Frage und Antwort bald die ganze Verkettung der Umſtände überſah, ergänzte er ſelbſt durch ſeine Mittheilung noch manche Lücke.Der ganze ſchöne Plan unſerer fingirten Ehe war in Martha's Köpfchen entſprungen, erzählte er;freilich überſah ich das Ge⸗ wagte deſſelben beſſer als ſie, doch hatte er ſo vieles für ſich, daß ich mich bereden ließ. Es wäre keines⸗ wegs im Sinne des Vaters gehandelt geweſen, wenn ich die Kleine fremden Händen übergeben hätte; ich, als ein junger Menſch, hätte nicht ohne das größte

Aufſehen das Kind mit einer Wärterin bei mir be⸗ halten können, und ſelbſt wenn Martha als meine Schweſter bei mir blieb, würde es an neugierigen Be⸗ merkungen nicht gefehlt haben, warum ein verwaiſtes Kind gerade zwei ſo jungen Leuten anheim gefallen ſei. Galt Martha dagegen als meine Frau, das Kind als das Unſrige, ſo geſtaltete ſich das ganze Verhältniß