Teil eines Werkes 
4. Bd. (1876)
Entstehung
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ergriffen, und traut ſich und dem Geſchick die Wirk⸗ lichkeit des liebſten Traumes nicht mehr zu.

Endlich klopfte er mit haſtiger Bewegung an die Pforte. Niemand kam; als er aber die Hand auf die Klinke legte, gab ſie ſogleich nach, und er konnte un— gehindert auf den hellen, mit einem ſchlichten Teppich belegten Flur treten. Eine Katze ſaß dort ſchnurrend und den getigerten Schweif ringelnd; ſonſt rührte ſich kein lebendes Weſen. Zögernd pochte Arnold an die Thüre des Erdgeſchoſſes, der er ſich zunächſt befand. Ein: Herein! von ſilberner, ach ſo vertrauter Stimme tönte ihm entgegen. Haſtig öffnete er, und ihm gegen⸗ über am Arbeitstiſch, ſaß Martha, das ſpielende Kind neben ihr.

Sie blickte auf— ein leiſer Laut, eine blitzſchnelle Bewegung, und dicht vor ihm war das theure, holde Antlitz, wie verklärt hafteten die tiefen braunen Augen auf den ſeinigen und die nie vergeſſene Stimme flü⸗ ſterte:„Nein, es iſt kein Traum, er iſt wieder da!“

Feſt umſchloſſen Arnold's Arme die zarte Geſtalt, keine Silbe kam über ſeine Lippen, aber zum erſten Mal begegneten die feuchten Augen, die zu ihm aufblickten, einem Feuer, vor dem ſie ſich ſchüchtern ſenkten, zum erſten Mal brannten die Lippen des Zu⸗ rückgekehrten auf dem ſüßen Munde der Geliebten.