Beſorgniß eilten wir alle Drei zu dem Kranken zurück und fanden zu unſerem höchſten Erſtaunen ein kleines, in eine Binſenmatte gehülltes Kind auf ſeinem Bette liegen. Der arme Herr war ſehr ſchwach, er ſchien ſeine erlöſchenden Fähigkeiten bei dem ſtattgehabten Geſpräche übermäßig angeſtrengt zu haben und die Veränderung ſeiner Züge fiel mir ſogleich erſchreckend auf. Dennoch gab er mir ein Zeichen ihn aufzurichten, und winkte ſeine Kinder nahe herbei. Während ich ihn mit meinem Arme ſtützte, ſprach er mit ſchon er⸗ löſchender Stimme: Ihr ſeid mir alle Drei Liebe und Gehorſam ſchuldig und habt es auch nie daran fehlen laſſen. Doch fordere ich von Euch jetzt nicht bloß ein Verſprechen, ſondern einen Schwur bei Gott und der heiligen Jungfrau, daß Ihr genau thun werdet, was ich von Euch verlangen will.
„Schluchzend leiſteten wir, Einer nach dem Andern einen heiligen Eidſchwur, ſeinem Willen zu folgen, und mir war dabei um ſo feierlicher zu Muthe, da ich nur zu gut ſah, daß das Leben meines theuren Herrn raſch dem Ende entgegenging.
„Dies Kind iſt mir anvertraut!“ fuhr er fort. „Es muß ſo bald als möglich von hier entfernt und verborgen gehalten werden. Sollte es bald zurückge⸗ fordert werden, ſo darfſt Du es nur an Den über⸗


