Teil eines Werkes 
4. Bd. (1876)
Entstehung
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Solchen Einfluß übte Blanche's Auge und Wort auf den jungen Advokaten. Ihre Gegenwart regte ſeinen Geiſt und ſeine Phantaſie lebhaft an; was er ſprach, was er dachte, hatte Bezug auf ſie, denn er fühlte ſich von ihr ſtets verſtanden. Sie blieb dagegen für ihn ein geheimnißvolles Räthſel.

Es lag eine ſeltſame Miſchung in dem Weſen dieſer jungen Frau. Sobald ihr Geiſt angeregt wurde, war ſie von lebhafter Freimüthigkeit, und zeigte eine bewunderungswürdige Beurtheilungskraft; die Aufrich⸗ tigkeit womit ſie ſich ausſprach, war bezaubernd lie⸗ benswürdig, denn ſie ging aus einem feſten, in ſich einigen Geiſte hervor, und es ſchien als ſei es eine leichte Aufgabe, bis in den Grund dieſer klaren Seele zu ſchauen. Dennoch war Alles, was über das Reich der Gedanken hinausging, in ihr undurchdringlich ver⸗ hüllt.

Réſay ſuchte oft mit glühender Neugier die Ge⸗ ſchichte ihrer Vergangenheit aus ihren Zügen zu leſen, aber nie gelang es ihm, den geheimnißvollen Schleier zu lüften, womit dieß zugleich ſtolze und ſchüchterne Herz ſich umgab. Zwar trug Blanche's ſchönes Ge⸗

ſicht jenen eigenthümlichen Zug von Nachdenken, der

allen denen eigen iſt, die gelitten haben; die Ruhe aber, die über ihr Benehmen, ihre Aeußerungen verbreitet

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