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mit tauſend unſichtbaren Fäden halten, als ich den beſtimmten Entſchluß gefaßt hatte, es hinter mir zu laſſen.“
—„Das iſt auch leicht erklärlich“, ſagte Blanche. „Ich denke mir, für Männer müſſe der Uebergang aus dem Leben in Paris zu dem einer ſo kleinen Stadt eine grauſame Aufgabe ſein. Wie haben Sie ſich denn darein gefunden?“
„Anfangs leichter, als für die Dauer. So ſelt⸗ ſam es klingt, muß ich Ihnen doch geſtehen, daß, was ich am meiſten und ſchwerſten vermiſſe, die äuße⸗ ren Umgebungen, die ſtumme Größe einer bedeutenden Stadt ſind. Ich habe an mir ſelbſt die Erfahrung gemacht, daß der lähmende Einfluß, den kleine Orte ſo häufig auf den Geiſt ausüben, größtentheils dem Stillſtand und den engen Verhältniſſen des Lebens im weiteren Sinne zuzuſchreiben iſt; ich meine das Leben, das uns nicht unmittelbar berührt, aber doch die At⸗ moſphäre ausmacht, die den geſonderten Exiſtenzen ihre Bedingungen ſtellt. Jeder lebendige Geiſt bedarf nicht allein innerer, ſondern auch äußerer Anregung. Bedeutende Umgebungen erzeugen ſtets Gedanken, wäh⸗ rend im ewigen Einerlei alle Kräfte ſtagniren müſſen. Ich fühle mit Beſchämung, daß die Lethargie, die hier herrſcht, auch mich ergreift, und daß die eitderhält
Godin, Frauenliebe und Leben. IV.


