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geſpielt, und die ſchöne Herrin empfing die Huldigun⸗ gen ihrer Freunde und Untergebenen.
Mit bewegtem Gemüth ſtand die Profeſſorin Halm an einem Fenſter des Schlößchens und blickte hinab auf die belebte Gruppe, welche Martha umgab. Von Tag zu Tag war ihr das junge Mädchen inniger an's Herz gewachſen. Das Intereſſe, das die holde Erſchei⸗ nung ihr von der erſten Stunde an abgewonnen, war durch Sorgen vertieft, zur wärmſten Empfindung ge⸗ reift. Die Sorgen waren verſunken, die Liebe aber, das mütterliche Gefühl war geblieben, und feſſelte ihre Neigung für immer an das liebenswürdigſte Geſchöpf, das ihr jemals begegnet war. Bewegt dachte ſie heute an die erſte Zeit ihrer Anweſenheit zurück, an jenes Geſpräch mit Waldau, in dem er Martha einem Haide⸗ röschen verglich. Der Wunſch, den der alte Freund des Hauſes damals halb ſcherzend ausgeſprochen, war er⸗ füllt— keine Heckenroſe mehr auf flatterndem Zweig, nein, eine hundertblättrige Centifolie auf kräftigem Stamm, der auch Stürmen Trotz zu bieten vermochte, füllte mit dem würzig ſüßen Duft ihres Weſens den Raum, in dem ſie blühte! Nicht ohne harten Kampf war die Wandlung geſchehen. Das Reis, das auf das edlere Bäumchen gepfropft wird, muß ja auch zuerſt den ſcharfen Schnitt des Meſſers erleiden, und der
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