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läßt! Ein Dutzend hübſcher, aber ſehr kräftiger Hände bemächtigen ſich nach Weinbergsrecht des Uneingeweih⸗ ten, reißen ihn zu Boden, und züchtigen ihn ſo lange mit Rebenzweigen, bis er ſich durch ein gutes Löſegeld Freiheit erkauft.
Gleich einem Nachtwandler wanderte Arnold durch das fröhliche Treiben. Es war ihm zu Muth als ſei er in der Fremde, und vermöchte die Sprache nicht zu verſtehen, die rings um ihn geſprochen ward. Eine Ahnung durchſchauerte ihn, daß er vielleicht niemals wieder die Sprache der Freude verſtehen würde! Oft ſuchte ſein Auge Emma, die, vom Feſtgeber beſonders ausgezeichnet, der Mittelpunkt der anweſenden Gäſte zu ſein ſchien. Ihre Faſſung erweckte in ihm eine Regung des Neides und ein Erſtaunen, das nicht frei von Bit⸗ terkeit war. Die langgeübte Kraft der Selbſtbeherrſchung, eine jener Fähigkeiten in der, wie zur Ausgleichung für manche Schwäche, die Frauen den Männern ſtets überlegen ſind, gab dem geprüften Weibe auch jetzt die ſtille Haltung, die ſie ſeit Monaten unantaſtbar ge⸗ macht hatte. Bis zu dieſem Tage hatte Arnold ihr dieſe Selbſtbeherrſchung als hohes Verdienſt gelten laſſen, heute frug er ſich, ob es ihr denn ſo wenig koſte, ihn zu verlieren.
Unmuthig zog Welf ſich zuletzt in eine Weinlaube
Godin, Frauenliebe und Leben. III. 15


