Teil eines Werkes 
3. Bd. (1876)
Entstehung
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nach ihnen die Leſerinnen, das Haar mit Wein bekränzt; die mit ſtattlichen Ochſen beſpannten Leiterwagen, worauf mächtige Kufen lagen, beſchloſſen den Zug. Wer vermöchte das bunte Leben eines ſolchen Leſe⸗ tages in all ſeiner Friſche zu ſchildern! Worte ver⸗ mögen nicht das Luſtgeſchrei, die jubelnden Geſänge wiederzugeben, die von Berg zu Thal klingen, nicht das Aufjauchzen der hochgeſtimmten Jugend, deren übermüthige Luſt ſich mitunter in einem Piſtolenknall Luft macht, der wie Donner vom Abhang widerhallt. Wenn in den Händen der Mädchen das Meſſer glänzt und Traube auf Traube fällt, wenn die Männer, hoch⸗ beladen, den ſteilen Pfad abwärts klettern, und die geſammelte ſüße Ernte in die ſchweren Kufen aus⸗ ſchütteln, gibt dies ein ſo friſches, lebensvolles Bild, daß Keiner der ſolch herbſtliches Feſt erlebt hat, es wieder vergißt.

Auch an komiſchen, ſelbſt derben Intermezzos fehlt es nicht. Dem Städter, der ſich unter die Leſerinnen miſcht, um zu naſchen und zu nippen, vielleicht nicht von den Trauben allein, wird von den übermüthigen Mädchen ſchalkhaft das Meſſer gereicht. Wehe ihm, wenn er es als Laie handhabt, und die Traube grade durchſchneidet, ſtatt ſie mit ſchrägem Schnitt von der Rebe zu löſen, oder gar, wenn er die Frucht fallen