Teil eines Werkes 
3. Bd. (1876)
Entstehung
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hindurch geweſen bin, und der heute noch, wie damals, mit Freuden Gut und Blut für Sie hingeben würde. Gönnen Sie mir deshalb heute das Recht eines Bru⸗ ders und ſei es auch zum letzten Mal!“

Martha's Arm bebte auf dem ſeinen.„Sprechen Sie, Richard“, flüſterte ſie, ohne die Augen zu erheben. „Ich weiß, daß Sie es treu mit mir meinen!“

„Als wir noch Kinder waren“, ſagte der junge Mann, wie aus tiefen Gedanken heraus,„ſah ich das kleine Mädchen oft genug auf Klippen ſteigen, an den Borden der Maare hin klettern, den Schwindel am Rand ſteiler Abgründe herausfordern— ich traute ihrem ſicheren Fuße jedes Gelingen zu, aber doch ließ ich ſie nicht aus den Augen, und, Du weißt esl zwei⸗ mal kamen Augenblicke, wo mein Arm wilrklich einen Sturz aufhielt, der das Leben bedrohte. Martha!“ rief er mit ausbrechender Erregung,„heute wieder ſehe ich das liebſte Mädchen am Abſturz einer Klippe, in Gefahr zu Grunde zu gehen, und, Gott helfe mir! ich muß den Arm ausſtrecken um ſie zu halten, auch auf die Gefahr hin daß ſie mich zurückſtößt, weil ich ſie nicht will ſtürzen laſſen!“

Martha fuhr heftig zuſammen, machte ſich mit haſtiger Bewegung von ihrem Begleiter los, und blieb, indem ſie ſich einen Schritt von ihm entfernte, plötz⸗