Teil eines Werkes 
3. Bd. (1876)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

36

ſein Sohn. Das Ergebniß, welches Beide gefunden, war kein entſcheidendes, dennoch warf es nicht unbe⸗ deutendes Gewicht in die Wagſchale häuslichen Unglücks Was von Seiten des Findelhauſes zu ermitteln geweſen, hatte Markus längſt erforſcht. Den Liſten zu Folge war das Kind am 8. September 1832, dem Tage der

Wiedereinnahme Warſchau's durch die Ruſſen, im Korbe

des Hauſes der Barmherzigkeit gefunden worden; etwa zweijährig, ohne Zeichen in der Wäſche, nichts an ſich, was zu einer Wiedererkennung führen konnte, als das Kruzifix an ihrem Halſe. Die Kleine ſprach ſchon ein⸗ zelne Worte deutlich aus, und nannte ſich ſelbſt Valeska, weshalb man ihr den Namen ließ.

Wichtiger war eine andere Ermittlung. Es gelang dem Grafen, eine frühere Dienerin ſeiner Frau, die hochbetagt in Wilna lebte, zum Geſtändniß zu bringen, daß ihr das Kind zur Aufſicht übergeben worden ſei, als ſich ihre Herrin nach Warſchau begab; nach ihrer Ausſage hatte ſich die kleine Valeska mehrere Monate nach der Zeit, welche die Gräfin als die ihres Todes

bezeichnet, noch in ihrer Pflege befunden, war ihr aber

im Juli durch einen Bevollmächtigten ihrer Herrin ab⸗ gefordert worden, wonach ſie nie wieder von Mutter und Kind gehört. Dies Zeugniß zu beſchwören, war die Alte erbötig. Weder in Wilna noch in

3 * 4 4 3