meiner Tochter am Tage ihrer erſten Communion— es trägt ihre Namenschiffre, es trägt das Datum jenes Tages, und hier, am unterſten Ende die Initialen meines eigenen Namens. Allmächtiger Gott! war die Nachricht falſch, daß meine Enkelin in zartem Alter geſtorben? Biſt Du meiner Tochter Kind, biſt Du un⸗ ſere Valeska? Wer rettet uns aus dieſem Wirrniß!“
Ein ungeduldiger Finger klopfte an die Thüre; obgleich keine Antwort laut wurde, trat Fedor ein, und zeigte den faſſungsloſen Frauen ſein glückſtrahlen⸗ des Geſicht. Es änderte raſch genug den Ausdruck, als er ſeine Braut wie entgeiſtert nach ihm hinſtarren ſah. Betroffen eilte er zu ihr, um ſie mit angſtvoller Frage in ſeine Arme zu ſchließen. Valeska entzog ſich ihm mit unwiderſtehlicher Gewalt, ein gebrochener, unver⸗ ſtändlicher Laut entrang ſich ihrer gequälten Bruſt, im nächſten Augenblick war ſie im Nebenzimmer verſchwun⸗ den, und hinter ihr klirrte ein Riegel.
Fedor ſtand faſſungslos, und ſtarrte, ohne ein Wort zu ſprechen, nach der Thür; er ſchien ganz ent⸗
rückt, all ſeine Sinne wie betäubt. Es dauerte Minu⸗
ten bis die ſtockenden, immer drängender hervorquellen⸗ den Worte ſeiner Großmutter auch nur ſein Ohr feſſel⸗ ten; endlich ward ihr Gehör— zuletzt Verſtändniß— aber kein Glaube! Der Unglückliche erklärte mit toben⸗


