Teil eines Werkes 
3. Bd. (1876)
Entstehung
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welcher ſelbſt heute das einfache Symbol unſeres Er⸗ löſers jedem andern Schmucke vorzieht, aber Du mußt aus Rückſicht für den Grafen das Familienkleinod während der Trauung tragen.

Valeska kam der Fürſtin zuvor, und löſte ſelbſt das Sammtband mit dem ſchlichten ſilbernen Kreuze von ihrem Halſe; ſinnend betrachtete ſie es einen Au⸗ genblick.Ich trenne mich gerade in dieſer Stunde ſchwer davon, ſagte ſie mit ernſtem Aufblick;es iſt der einzige Gegenſtand auf Erden, den ich mein eigen genannt, ſeit ich Erinnerungen kenne; es war dem ver⸗ ſtoßenen Findelkinde um den Hals gebunden. Wie oft habe ich in Stunden der Verlaſſenheit über den Ziffern und Zahlen gebrütet, die darin eingegraben ſind, deren Bedeutung ich niemals kennen werde.

Die Fürſtin nahm ihr das Kreuz aus der Hand. Als ſie einen Blick auf die, der Rückſeite eingegrabenen Zeichen geworfen, erblaßte ſie, und erfaßte unwillkür⸗ lich die Lehne eines Seſſels, wie zur Stütze.Dies Kreuz haſt Du getragen, als Du dem Findelhauſe über⸗ geben wurdeſt? fragte ſie mit gepreßter Stimme.

Ja! entgegnete Valeska von unbeſtimmten Schauern ergriffen, den Blick angſtvoll auf die Fürſtin gerichtet, welche ſie plötzlich umfaßte, und ihr, kaum verſtändlich entgegen athmete:Daſſelbe Krans gab ich

Godin, Frauenliebe und Leben III.