eben die Kammerfrau entlaſſen, welche ſie bräutlich geſchmückt, und lauſchte in Einſamkeit der Stimme des eigenen Herzens. Ihr Geſchick überwältigte ſie mit ſol⸗ chem Schauer von Wonne, daß ſie unwillkürlich auf die Kniee ſank, und die überſtrömenden Augen zum Himmel wandte. So traf ſie die ſtill eintretende Für⸗ ſtin, und ſchloß die Erglühende, welche ſich haſtig er⸗ hob, innig in ihre Arme. Worte wurden getauſcht, wie zwiſchen Mutter und Kind; dann reichte die alte Dame der Braut ein mit Diamanten reich ausgeſtattetes Schmuckkäſtchen.„Es war mein Wunſch, Dich heute ſelbſt zu ſchmücken, liebe Valeska“, ſagte ſie herzlich, „deshalb erbat ich mir vom Grafen Erlaubniß, Dir perſönlich den Familienſchmuck zu übergeben, der ſeit Generationen die Bräute dieſes Hauſes vor den Altar begleitet. Möchteſt Du glücklicher ſein, als die, welche ihn zuletzt getragen! Meine arme Tochter ſandte dies Familiengut zurück, als ihr Schickſal ſie ereilte— be⸗ trachte es darum nicht als ein ſchlimmes Omen! Mir ſelbſt bedeutet es heute nur, daß uns Erſatz geworden, daß der Himmel gerade Dich dazu beſtimmt, denn im Blick Deines Auges, im Ton Deiner Stimme liegt ein Etwas, das mich ſtets an mein verlorenes Kind mahnt! Beuge Deinen Nacken, liebe Tochter, und laß mich dies Kruzifix losknüpfen. Ich ſchätze den beſcheidenen Sinn,
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


