erſticken ſoll. Was lange ſtumm bewältigt worden, einmal will es an's Licht!
Die Verhältniſſe, in welche ſie mich einweihte, er⸗ ſchienen mir merkwürdig genug, um ſie in den folgen⸗ den Tagen aufzuzeichnen.
Was ich über Valeska's Vorgeſchichte erfahren, ſtimmte in den Hauptzügen mit der Wirklichkeit über⸗ ein. Sie ging hierüber eben ſo flüchtig hinweg, als über ihre öffentlichen Erfolge, doch ward mir klar, daß die Triumphe ihres Virtuoſenthums ſie nie befriedigt hatten. Was der einzige Ehrgeiz vieler Talente iſt: von einer beſtändig wechſelnden, verſtändnißarmen Maſſe bewundert zu werden, konnte ihrer Künſtlernatur nicht genügen. Ein Ehrgeiz anderer Art trieb ſie auf dieſem Wege vorwärts. Sie war ſtolz, und verzehrte ſich im Verlangen nach Unabhängigkeit. Als ſie nach
ihrer erſten Kunſtreiſe zu ihrem Warſchauer Gönner zurückkehrte, legte ſie deren pecuniäres Reſultat mit dem Bemerken in ſeine Hände, daß es zum Theile die, für ihre Ausbildung gemachten Auslagen decken würde. Bankier Markus, der ſeinen Schützling lieb gewonnen, fühlte ſich hierdurch zwar nicht angenehm berührt, doch dachte er freiſinnig genug, des Mädchens reizbares Chrgefühl zu achten; er widerſprach nicht, trug aber


