Teil eines Werkes 
3. Bd. (1876)
Entstehung
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einmal Gutes zu hören, ohne erſt darum zu reiſen, um ſo weniger verſäumen, als ich hoffte, vielleicht an Thereſe Milonollo erinnert zu werden, deren tiefſin⸗ niges Spiel zur Zeit lebhaft auf mich gewirkt hatte.

Faſt bereute ich indeſſen meinen Entſchluß, als die Ouvertüre zum Don Juan zur Geißel für meine Ohren geworden, und dann ein Weſen auf das Podium trat, welches zu Thereſens knospenhafter Erſcheinung einen ſcharfen Gegenſatz bildete. Eine unentwickelte, hochaufgeſchoſſene Geſtalt mit eckigen, niemals ſchönen, wenn auch ſtets wechſelnden Bewegungen trug einen frappanten Kopf. Tiefſchwarzes Haar über der ſtark entwickelten Stirn, dichte, faſt zuſammenſtoßende Brauen über ſo dunkeln Augen, daß ſie kaum zu glänzen ſchie⸗ nen, nur mitunter aufflackerten wie ein Blitz, um den Mund ein herber, knabenhafter Zug. Und doch lag, trotz ſo vorherrſchender Schatten ein eigenthümlicher Reiz auf dem jungen Geſicht, das ſich mitunter auf Sekunden erhellte, wie eine pittoreske Gebirgslandſchaft, auf welche das Streiflicht eines Sonnenſtrahles fällt.

Mein Nachbar zur Linken war ein Clubbekannter, nicht ohne Geiſt, aber in Allem was Kunſt betraf ein guter Menſch und ſchlechter Muſikant, der gerne Kennern ihre Meinung ablauſchte, um danach Kritiken für ein Sonntagsblatt zurecht zu machen. Es machte

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