Teil eines Werkes 
2. Bd. (1876)
Entstehung
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269 ren laſſen. Sie blieb nach dem Tode ihres Mannes

lange Zeit wie betäubt. Mußte ſie auch erkennen, daß

ſein ſchmerzloſes, ja freudegekröntes Ende Gottes mil⸗ deſte Gabe war, ſo blieb es für ſie doch der Tropfen, an dem der gefüllte Leidenskelch überwallte. Sie hatte keine Kraft mehr übrig zu viel war erduldet, zu viel durchrungen worden! An die Zukunft zu denken, Beſchlüſſe zu faſſen, vermochte ſie vorerſt nicht. Daß eine ſtarke Hand die ihrige ergriff, empfand ſie dunkel als Wohlthat, und folgte, wohin dieſe Hand ſie leiten mochte.

Was zu dieſer Zeit in Litta vorging, erfuhr nur Gott und ihr eigenes Herz. Leiſe betrat ihr Fuß die Heimathſtätte des Geliebten, ſtill ruhte ihr Auge auf Allem, was ſein war. Es ſchien, als ſei das ver borgene Feuer, welches einſt Alles, was ſie that und ſprach, durchglühte, erloſchen oder in tiefen Schacht verſunken, ſelbſt ihr Blick erſchien unter den langen Wimpern wie gefangen, das einſt ſo ſprühende Auge war dunkler und weicher geworden als zuvor.

Von der Stunde ihres Eintreffens auf Gotzlow an blieb Litta's Zeit getheilt zwiſchen dem Unterricht ihrer kleinen Schweſtern und dem Ruhelager Paula's, die ſich ihr mit der leidenſchaftlichen Innigkeit einer Kranken, Entbehrenden zuwandte. Ein neu belebender