Teil eines Werkes 
2. Bd. (1876)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

gen, und jetzt handelte ſie nicht für ſie nur, nein, zugleich auch für das Recht, für die Wahrheit!

Tag für Tag raſſelte ſeit dem Tode des Rent⸗ meiſters der gelbe Staatswagen zur Stadt. Er folgte auch dem Leichenzuge des Verſtorbenen, einem Zuge, den Unzählige geleiteten. Der vielfach Gemiedene war plötzlich für ſeine Mitbürger zum Märtyrer geworden. Erfuhr man auch keine Einzelnheiten, ſo drang es doch gleich einem Lauffeuer von Haus zu Haus, daß die Verhandlungen über die Kalden'ſche Anſchuldigung neu aufgenommen, und von der Gnädigen ein ſchla⸗ gender Beweis ſeiner Unſchuld vorgelegt worden ſei. Je weniger man die Herrin von Gotzlow perſönlich kannte, da ſie ſeit dem Tode ihres Gatten jeder Ge⸗ ſelligkeit entſagt, deſto vielbeſprochener und populärer war ſie. In allen Kreiſen wurde ihr Einſchreiten in dieſer Sache für maßgebend erklärt. Man ſah ſie bald beim Gerichtspräſidenten, bald bei einem Advokaten vorfahren und ihr täglicher Beſuch im Kalden'ſchen Hauſe ward der neugierigen Nachbarſchaft in Kurzem ſo geläufig, daß es kaum Aufſehen erregte, als der Glaskaſten eines Tages Frau Kalden und alle ihre, Kinder nach Gotzlow abholte.

Clara hatte ſich von der Schützerin, die ſich ihr ſo ungerufen zur Seite geſtellt, halb willenlos entfüh⸗