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Sohn auf fremder Erde einer Kugel des Feindes er⸗ liegen, ihr für ewig entriſſen zu ſehen, glühte ihr In⸗ nerſtes in dem Wunſche nach Verſöhnung, und dennoch fand ſie keine Brücke dazu. Nie kam es ihr in den Sinn, das eigene Herz vertheidigen zu wollen, und doch war es dies Mutterherz, dem das dauernde Ab⸗ wenden des Sohnes unverſtändlich erſchien. Sie war ſich tief bewußt, daß nicht Selbſtſucht ihr Nein diktirt, und dies Nein hatte genügt, um die Liebe langer Jahre auszulöſchen. Trotzdem war unter Leid und Groll ein Etwas aufgeſtiegen, das ihr wohl that— Achtung vor dem ſelbſtbewußten Weſen des Sohnes. Ihre Gedanken hefteten ſich oft und öfter an das Mädchen, welches ſeinen beweglichen Charakter ſo ganz zu feſſeln gewußt, und Paula's Wunſch, dies Mädchen kennen zu lernen, fand einen wohlbereiteten Boden. Uner⸗ wartet war nun aus dem gelockerten Erdreich ein le⸗ benskräftiger Keim emporgeſchoſſen, der, dem Lichte zu⸗ ſtrebend, ſtarke Wurzeln ſchlug. Das abwehrende In⸗ tereſſe hatte ſich in ein umfangendes verwandelt. Zwar trat der Gedanke an eine Vereinigung Erich's mit ſei⸗ ner Geliebten noch nicht an ſie heran, das Mädchen ſelbſt und ihre Familie hatten aber für ſie Bedeutung gewonnen. Sie hatte ein Stück ihres Lebens mit ih⸗ nen gelebt, eine Stunde ihrer Leiden mit ihnen getra⸗


