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Ein kaum bemerkbarer Laut weckte die Wittwe aus langer Betäubung: das leiſe Raſcheln eines Pa⸗ piers. Clara fuhr jäh empor, ihr erloſchener Blick be⸗ ſeelte ſich, ſie ſtreckte die Arme aus, um das Blatt zu erfaſſen, welches die Gnädige eben an ſich genommen.
„Nein Frau Kalden“, ſagte die Baronin nach⸗ drücklich;„das überlaſſen Sie mir! Ich ſtehe Ihnen dafür ein, es iſt in guten Händen und kommt heute in noch beſſere. Für Sie iſt jetzt nicht der paſſende Augenblick zu ſolchen Dingen, und aufgeſchoben darf es nicht werden. Ich trete ein, rechnen Sie auf mich. Gott befohlen bis morgen. Muth gefaßt, wir ſehen uns wieder!“ Sie drückte Clara's Hand kräftig und winkte Litta, ſie zu begleiten.„Kopf oben, Kleine“, ſagte ſie, indem Beide die Treppe hinabſtiegen,„und das Herz zum lieben Herrgott, die Augen aber auf die Erde gerichtet, das giebt Courage, und die haben Sie nöthig.“
„Ich habe Muth“, ſagte Litta mit ſtillem Blick.
„Und ich habe Reſpekt vor Dir.“ Mit dieſem nachdrücklich betonten Wort nahm die Gnädige des jungen Mädchens Kopf plötzlich zwiſchen ihre beiden Hände, drückte einen Kuß auf ihre Stirn und ver⸗ ſchwand hinter der Hausthüre.
Seit zwei Stunden marſchirte Servaz, deſſen Blicke


