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den Zügen des Antheils. Fremde Leiden hatten Pau⸗ la's innigem Weſen ſtets Anlaß gegeben, ſich zu äußern, die Armen, Kranken, Traurigen wußten den Weg zu ihr, und hatten lebendigen Troſt gefunden. In allen Hütten ſtiegen Gebete auf:„Laß ſie uns!“ und lauter noch ſchrie das reuige Herz der Mutter:„Allmächtiger, laſſe ſie mir!“
Noch war der Kampf nicht entſchieden, die Krank⸗ heit zwar gebrochen, aber unbeſiegliche Mattigkeit zu⸗ rückgeblieben. Paula ſelbſt hegte die Ueberzeugung, daß ihre Tage gezählt ſeien, und bereitete ſich ſtill für eine andere Welt. Der Arzt verhehlte nicht, daß er das Schlimmſte befürchte, wenn es nicht gelänge, die Nerventhätigkeit wieder mehr zu beleben. Was bis jetzt kein mediziniſches Mittel erreicht, ſchien heute der Freude gelungen zu ſein. Erich's Zeilen hatten die Kranke wunderbar erfriſcht, und der feſte, traumloſe Schlaf, bisher vergebens erſehnt, war gekommen. Lange Zeit über unterbrach Nichts die Stille des tiefſchattigen Zimmers, als die regelmäßigen Athemzüge der Schlum⸗ mernden. Stunden vergingen, es war völlig dunkel geworden; um die köſtliche Ruhe durch Nichts zu ſtö⸗ ren, ſaß die Gnädige ohne ſich zu regen, bis eine zarte Hand die ihrige berührte. Paula war erwacht. Die Mutter erhob ſich, um die Lampe zu entzünden, rückte


