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ſam ſchweifte ihr Blick hinüber zu dem ſtrengen Haupte ihres Vaters. Sie wandte ſich ab und warf ſich in den Armſtuhl. Wie in Zerſtreuung blickte ſie über den öden, weiten Raum hin, der vor ihr lag.
Was Alles lag zwiſchen heute und dem Tage, als ſie dieſen Saal zuletzt betreten, zuletzt dort, nach dem Ausdruck ihrer Leute, Gerichtstag gehalten! Krieg — und ein Sterbebett— denn ſo hatte der Arzt das Schmerzenslager ihrer Tochter noch vor Kurzem be⸗ zeichnet, und es glich einem Wunder, daß der zarte Organismus dem Sturm zu wiederſtehen ſchien. Krieg, und ein Sterbebett! genug, die Gegenwart in allen Fugen zu erſchüttern, und doch war dies nicht Alles, war nicht der tiefſte Kern allen Uebels, war nicht— der Verluſt ihres Sohnes!
Sie hatte ihn verloren. Ohne Abſchied war er gegangen. Während ſeines Urlaubs vom Ausbruch des Krieges überraſcht, hatte er ſich ſofort ſeinem Re⸗ gimente geſtellt. Im Groll war er gegangen, kein ver⸗ ſöhnendes Wort hatte er ſeiner Mutter gegönnt, und ſelbſt heute, wo Ehre ihn ſchmückte, ſandte er die Freudenbotſchaft an die Schweſter.— Sie hatte ihn verloren.
War es Reue, was durch ihr tiefes Sinnen ging? War es Schwäche, daß der Gedanke wieder und


