Teil eines Werkes 
2. Bd. (1876)
Entstehung
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Die Küchenthüre fuhr mit Geräuſch auf und Ser⸗ vaz ſteckte ſein hochgeröthetes Geſicht herein.Der Poſtjunge ſoll warten, bis ein Brief fertig iſt. Und Punkt drei Uhr ſammelt ſich das Hofgeſinde im gro⸗ ßen Saal!

Während die Thüre faſt augenblicklich wieder zu⸗ klappte, ſchoſſen zwei, am Herde beſchäftigte Mägde in den Vordergrund und riefen durcheinander:Haſt gehört, Gretel? im großen Saal! Herr Du meine Güte, die Gnädige hält Gerichtstag!

Gerichtstag? fragte der Briefbote verblüfft; hat ſie denn einen Prozeß?

Wenn's weiter nichts wäre, kreiſchte die dicke Köchin, indem ſie den hölzernen Löffel ſchwang und in allen Ecken herumfuhr, puſtete, keuchte, am Blech⸗ geſchirr raſſelte, Töpfe rückte und ſämmtliche Schubla⸗ den und Schrankthüren aufriß, worin ihre Genoſſin ihr getreulich beiſtand. Auch Gretel hatte den Brod⸗ laib, wovon ſie eben dem Küchengaſt abgeſchnitten, eiligſt auf den Tiſch gelegt, und war im Begriff hin⸗ auszurennen, als der Burſche ſie am Schürzenzipfel feſthielt und rief:Seid Ihr denn Alle zuſammen när⸗ riſch geworden! Was iſt denn los?

Gerichtstag iſt los, und jetzt laßt mich ſelber los, denn ich muß in meinen Hühnerhof!