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für den Jungen!“ Damit ſtiefelte er bereits dem Schloſſe ſo eilig zu, als ihm ſeine ſteifen Knochen vergönnten, und hielt den Brief empor wie eine Trophäe.
Der Poſtbote ſah ihm lachend nach, während er der winkenden Magd in die Küche folgte.„Ein ko⸗ miſcher Kauz, Euer Livrèe“, ſagte er,„ſteif wie ein Korporal! Der paßt zu ſeiner Herrſchaft, als wenn er apart für ſie geſchnitzt wäre. Ich hab' zwar die Gnä⸗ dige immer nur von fern geſehen, aber gewaltig ſchaut ſie drein, wie eine Kaiſerin, das muß man ihr laſſen!“
„Jetzt nicht mehr halb ſo wie ſonſt“, meinte die Dirne, indem ſie ihm einſchenkte.„Seitdem unſer Fräulein ſo ſterbenskrank und der junge Herr im Krieg, iſt die Gnädige nicht mehr zu kennen.“
„Ei was, im Krieg ſind viele junge Herren! Wär' auch gern mitgegangen, aber mein Alter leidet's nicht, weil wir ſchon Zweie dabei haben. Der älteſte Bruder iſt ſchon Sergeant bei den Gardejägern.“
„Ei, bei denen ſteht ja auch unſer Baron Erich als Landwehroffizier! Gewiß wär's der Gnädigen und dem Fräulein nicht ſo arg zu Herzen gegangen, wenn ſie wenigſtens hätten Abſchied nehmen dürfen. Aber der junge Herr war gerade in Berlin, als es los⸗- ging, da konnte er gar nicht mehr heim kommen, und mußte gleich mit ſeinem Regiment fortmarſchiren.“—


