223
den faſſungslos.„Nur Aufklärung, nur Fingerzeige erhoffte ich durch Sie, und dieſe zu geben kann perſön⸗ lich verletztes Gefühl Sie um ſo weniger abhalten, als Sie ſelbſt betheiligt ſind. Sie waren mit allen An⸗ gelegenheiten Kalden's vertraut, Ihnen muß bekannt ſein, zu welcher Zeit die Gelder noch vorhanden waren, wer jenen Unglücksbrief an meinen Mann gerichtet haben kann, der ihn ſo ſehr gravirt!“
„Mir, Frau Rentmeiſter?“ ſagte er kühl.„Sie vergeſſen ganz meine untergeordnete Stellung, die glück⸗ licher Weiſe den Gerichten genau bekannt iſt. Was hätte ich je mit den Geldern zu thun gehabt? Was könnte ich von den Privatangelegenheiten meines Chefs wiſſen? Meine Obliegenheiten beſchränken ſich darauf, zu Papier zu bringen, was mir diktirt wird, und Rech⸗ nungsberichte zuſammenzuſtellen, deren Controle dem Herrn Rentmeiſter zuſteht. Ich trage demnach weder eine Verantwortung, noch bin ich in der Lage, irgend einen Aufſchluß zu geben.“ Er verbeugte ſich ſteif, trat einige Schritte vorwärts, um ſich auch vor Litta tief zu verneigen, und verließ das Zimmer mit einem ent⸗ ſchuldigenden Fingerzeig auf den wartenden Beamten nebenan. Die Tritte beider Männer hallten über die Treppe, ein Stimmengemurmel im Erdgeſchoß zeigte die Gegenwart mehrerer Perſonen an, dann


