ihren Weg durch Erich gekreuzt, der mit Nachdruck ſprach:„Mutter, Du mußt mich hören.“
Im Begriff, ihn unſanft von ſich zu ſchieben, richtete ſie den Blick auf ihn und blieb, vom Ausdruck ſeines Auges betroffen, vor ihm ſtehen. Während bei jedem früheren Strauß, den Mutter und Sohn gegen⸗ einander ausgefochten, jedes heftige Wort gezündet, wie zwiſchen Stahl und Stein, lag heute ſolch' gehal⸗ tener, ſchwerer Ernſt auf Erich's Zügen, daß ſelbſt die Gnädige davor erſchrak.
„Iſt Beſonderes vorgefallen?“ fragte ſie nach kur⸗ zer Pauſe ſchroff.
„Ja le
Sie trat einen Schritt zurück, ſtützte die geſchloſ⸗ ſene Hand auf die Sophalehne und ſagte in rauhem, faſt heiſerem Tone:„Sprich!“
Ohne dieſe Genehmigung zu benützen, ſchritt der junge Mann ſtumm auf und nieder. Plötzlich löſte er die verſchränkten Arme, begegnete den ſtarr auf ihn gerichteten Augen mit feurig bittendem Blick und rief: „Als wir uns zum letzten Male ſahen, verboteſt Du mir, in Deine Nähe zu kommen, ſo lange ich den Ent⸗ ſchluß nicht aufgegeben, dem Du ſo ſehr widerſtrebſt! Nie habe ich Deinen Geboten getrotzt, Mutter. Daß
ich aber von einem Mädchen nicht laſſen würde, deſſen 14*


