Teil eines Werkes 
2. Bd. (1876)
Entstehung
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Er hielt ſie ſtumm an ſeiner Bruſt, bis ein ſeltſamer, nie gekannter Laut ihn beſtürzt zurückſahren und ihre beiden Hände erfaſſen ließ. Seine Mutter weinte! Ihr Schluchzen rang ſich hervor wie Strömung aus dem Eiſe und faſſungslos zog ſie der erſchütterte Mann auf das Sopha nieder, die kalten Hände an ſeine Lip⸗ pen preſſend, indem er Worte der Beruhigung ſtam⸗ melte.

Plötzlich, wie er gekommen, löſte ſich der Krampf. Die Gnädige hob das mächtige Haupt, Jugendfeuer glühte in ihren Augen, ſie neigte ſich über den Sohn und ſtrich ihm das Haar von der feuchten Stirn zu⸗ rück. Unermeßliche Liebe zitterte in ihrem Ton:Ich danke Dir! Dein Opfer iſt groß, mein ganzes Leben gehört Dir dafür!

Erich ließ plötzlich die Hand los, welche ſeine Linke umſchloß, ſeine Wange entfärbte ſich.Du irrſt! ſagte er feſt.

Was ſoll das heißen? rief die Gnädige mit verdunkelter Stirn.Habe ich einen Knaben vor mir? Kein Wort von den alten Phantaſtereien oder Sie ſtand in ihrer ganzen Höhe vor ihm, unter den zuſammengezogenen Brauen ſprühten Blitze. Den Arm wie zur Abwehr ausgeſtreckt, wandte ſie ſich heftig der Thüre zu, fand aber ſchon nach dem erſten Schritte