Teil eines Werkes 
2. Bd. (1876)
Entstehung
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Seit Erich das Elternhaus zum erſten Male mit der Fremde vertauſcht hatte, war ſeine Mutter der Gewohnheit treu geblieben, dieſen Raum, der ſeine ganze Perſönlichkeit ſo beredt zurückrief, jeden Tag per⸗ ſönlich zu ordnen. Kam er unverhofft an, was oft geſchah, ſo fand er kein Stäubchen auf dem glänzen⸗ den Mahagoni, keinen Vorhang aus den Falten. Seit langen Jahren ſtieg die Gnädige allabendlich hinauf, um ſelbſt die Blumen zu begießen, die nach Erich's beſonderer Liebhaberei auf pyramidaliſchem Geſtell am Mitielfenſter blühten die einzigen Topfgewächſe übrigens, welche im Innern des Schloſſes gezogen wurden, denn nach der perſönlichen Anſicht der Herrin gehörten Blumen wie Vögel nur unter freien Himmel. Auch heute blieb ſie der Gewohnheit treu. Ohne ſich

aufzuhalten, hatte ſie gleich nach ihrem Eintritt die

kleine Gießkanne ergriffen, geprüft, ob ſie mit friſchem Waſſer verſehen worden, und verſorgte nun, über je⸗ des Plänzchen hingebeugt, aufmerkſam den reichblühen⸗ den Flor. Dann ſchloß ſie die Fenſter, nahm ein Tuch zur Hand, und begann, den leichten Staub, welchen der Wind hereingetragen, ſorgfältig von Tiſchen, Schränken und Bildern zu wiſchen, bis ſie mit einem Male wie angewurzelt ſtehen blieb. Die beſchäftigte Hand ſank nieder, ihr Auge haftete ſtarr auf einem