Teil eines Werkes 
2. Bd. (1876)
Entstehung
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fene teſtamentariſche Beſtimmung geübt wurde, welche abzuändern ihr jetzt eine nähere Pflicht gebot.

Dieſer Botſchaft, welche Roſtan nicht ohne Beden⸗ ken aufnahm, folgte bald eine Hiobspoſt. Der Gräfin Entbindung trat vorzeitig ein, ſie gab unter ſchweren Kämpfen einer Tochter das Leben und erkaufte dies verfrühte, kaum einen Hauch beſitzende Daſein des Kindes mit ihrem eigenen.

Sophie folgte auf der Stelle der Eingebung ihres raſchen praktiſchen Weſens; ein paar Stunden nach Empfang der Trauerbotſchaft war ihr Koffer gepackt, für Mann und Kinder vorgeſorgt, ſo weit dies thun⸗ lich, und ſie ſelbſt mit dem Nachtzug unterwegs, um Beiſtand zu bieten, und nach Befund der Verhältniſſe einzugreifen. Als ſie am folgenden Nachmittag im Schloſſe eintraf, fand ſie doppelte Trauer; das ſchwache Leben der kleinen Neugeborenen war vierundzwanzig Stunden nach dem der Mutter verloſchen.

Frau Roſtan's Anweſenheit wurde für das zer⸗ ſtörte Haus zum wahren Segen. Ruhig, als ſei dies ſelbſtverſtändlich, ergriff ſie ſofort die Leitung des aus dem Geleiſe gebrachten häuslichen Triebwerkes, ordnete und ſorgte, bis Alles wieder ſeinen gewohnten Gang hatte, und that damit namentlich dem Wittwer wohl, der ſich ganz außer ſeinem Elemente, und doch abge⸗