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wohnheiten des Hauſes hoben den leiſen, im Grunde weſenloſen, und doch nicht zu überſehenden Unterſchied gleichſam auf, welcher ihre Erſcheinung von der ihrer heimathlichen Umgebung abhob. Vor Allem verband zärtlichſte Liebe ſie ihrem Vater und ihrem, nur zwei Jahre jüngeren Bruder Robert. Der Knabe, als Ael⸗ teſter des Hauſes betrachtet, und durch ſeinen klugen klaren Kopf ſchon früh den Eltern naheſtehend, ſah zu der ſchönen Schweſter auf wie zu einem höheren Weſen und liebte ſie mit der tiefen Innigkeit einer ſonſt etwas verſchloſſenen Natur. Ihr alljährliches Erſcheinen war
für ihn der lichte Punkt des Lebens, worauf ſein Sin⸗ nen und Denken ſich faſt ſchwärmeriſch concentrirte.
Wieder wurden die lieben Gäſte erwartet, als ſtatt ihrer ein Brief bei Roſtan's anlangte, der nicht nur die nahe Hoffnung aufhob, ſondern Neues brachte, das von keiner Seite vorgeſehen war. Die Gräfin theilte Sophien ein Geheimniß mit, das nicht mehr lange ein ſolches bleiben ſollte. Was früher ſo heiß erfleht, als Verſagtes ſo herb empfunden worden, kam jetzt noch als ſpäte, kaum noch erſehnte Gabe: Mat⸗ terns ſahen eigenem Cheſegen entgegen. Indem Minna dies ihrer Freundin ſchrieb, mehr verzagt als freudig faſt, berührte ſie auch den unvermeidlichen Einfluß, welcher hierdurch auf ihre, zu Dora's Gunſten getrof⸗


