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Unterrichte des Pfarrers verband, um dem heranwach⸗ ſenden Kinde zugeben, was deſſen lebhaft fordernder Geiſt bedurfte, war ſie darauf bedacht, die gährenden Stoffe, welche dieſem reichen Naturell nicht fehlten, mit feiner Hand in richtige Bahnen zu leiten. Dora's allzu be⸗ wegliches Temperament drohte mitunter die Herrſchaft über den ſich kräftig entwickelnden Charakter zu ge⸗ winnen. Geneigt, Alles tollkühn zu wagen, jeder Schranke gegenüber als erſten Impuls die Regung hegend, daß es nur darauf ankomme, ſie zu über⸗ ſpringen, bedurfte das reifende Mädchen gerade ſolch ſanften, ſtetigen Einfluſſes, welcher durch ſeinen war⸗ men Herzſchlag den brauſenden Kopf ſtets zu bezähmen wußte. Was Minna von Mattern am beſten verſtand, lehrte ſie aber, während ſie ſelbſt es erſt ganz lernte — zu lieben! Die ganze Seele der vereinſamten Frau hing an dem Kinde ihrer Wahl, ſo warm und innig, daß ſie zuweilen faſt davor erſchrak und ſich mahnte, dies eine Gefühl nicht auf Koſten ihrer Lebenspflichten allzu mächtig aufwuchern zu laſſen.
Ihr Verſprechen, Dora alljährlich zu den Eltern zu führen, ward treu gehalten. Gegen den Herbſt zu, ſobald die Erntezeit vorüber, brachte ſie ihr Pflegekind regelmäßig nach Danzig, und dies war die glückliche Zeit für alle Betheiligten. Das Roſtan'ſche Haus


