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ihren Mann zu einem Umweg und theilte ihm auf dieſem Spaziergange den Vorſchlag ihrer Jugendfreun⸗ din mit. Der erſte Eindruck auf Roſtan war der einer unerhörten Zumuthung, die er ohne Weiteres verwarf. Er hing mit beſonderer Vorliebe an Dora, dem erſt⸗ geborenen, begabteſten ſeiner Kinder, und die Vor⸗ ſtellung, ſie hinzugeben, erſchien ihm unfaßbar. Viel⸗ leicht war es aber gerade dieſer Vaterſtolz, der ihm neue Anſchauungen eingab, als ſtille Stunden und Tage dem erſten Gefühl entſchiedenen Verneinens folg⸗ ten. Er ſtellte die Gräfin, welche er durch ihre Briefe an ſeine Frau längſt ſchätzen gelernt, doppelt hoch, ſeitdem ſie einige Zeit unter ſeinem Dache gelebt. So⸗ phie war mit Minna v. Mattern zuſammen aufge⸗ wachſen. Die Tochter des Rittergutsbeſitzers hatte dem jüngeren Pfarrtöchterchen eine Gefühlstreue be⸗ wahrt, die an ſich ſchon bezeichnend für ihren Charak⸗ ter erſchien, denn nicht allein waren Temperament und Weſen beider Frauen ganz verſchieden geartet, ſondern äußere Verhältniſſe gaben dieſem Unterſchiede noch eine gewiſſe Prägnanz. Während Sophiens raſches, praktiſch⸗friſches Naturell ſich in der kinderreichen, hin⸗ ſichtlich materieller Hülfsmittel ſehr beengten Häuslich⸗ keit bei ſteter Uebung erhielt, fand ſich Minna auf jenes geiſtige Pflanzenleben angewieſen, das Frauen
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