erwürgſt mich ja— und Dein Kranz! Sieh, da liegt er im Straßenſtaub. Immer Alles halb.“
„Immer Alles ganz!“ murmelte die Fremde, währeud Dora, vom Tadel der Mutter beſchämt, ſtill zur Treppe zurückſchlich und die zerſtreuten Blumen aufſammelte. Den feinen Kopf leicht geſenkt, ſchwieg die Frau; dann legte ſie plötzlich ihre Hand auf den Arm der Freundin und ſagte mit leiſer Innigkeit die dringender klang, als das lebhafteſte Wort:„Gieb mir Deine Dora!“
„Wie?“ fragte die Mutter mit weitgeöffneten Augen.
„Gieb mir Dora!“ wiederholte die Fremde.„Es wäre ein Liebeswerk. Ich habe Dir vertraut, wie einſam ich bin, Sophie. Dir bleibt viel, ſo unendlich viel, wenn Du meiner Bitte nachgiebſt. Ein Gatte, welcher Dir ſympathiſch, vier liebe Kinder noch. Ich ſpreche Dir nicht von den Sorgen, die Du mir noch eben bekannteſt— das hat mit unſerer Frage Nichts zu ſchaffen, aber giebſt Du zu, daß Dora mein wird, ſo wäre dies von Einfluß, nicht für ihre Zukunft allein. Ich will ſie nicht ganz an mich reißen, würde ſie all⸗ jährlich zu Euch führen, damit ihr Eltern und Ge⸗ ſchwiſter nicht fremd werden. Du wirſt ſie entbehren, Sophie, Du und Dein guter Mann— aber bedenkt


