203 war mit lautem Jammergeſchrei entflohen. Jeder der Dienerſchaft raffte zuſammen, was ihnen nur in größter Haſt unter die Hände kam, und ſtürzten fort aus dem, wie es ſchien, mit dem Fluche des Himmels beladenen Hauſe. Nur ſo viel gewannen die Beherzteſten über ſich, aus chriſtlicher Pflicht, die Leichname der bei⸗ den Brüder nach der Gruft zu ſchleppen, und ſie in dort ſtehende, offene Särge zu legen, worauf ſie gleichfalls mit emporgeſträubten Haaren entflohen. Still und öde war nun die Burg. Mitternacht brach herein, da er⸗ wachte der fremde Pilger; ſo feſt ſein Schlaf dem Scheine nach geweſen war, indem nicht einmal der raſende Tumult im Schloſſe ihn hatte erwecken können, ſo ſehr hatten ihn doch unruhige Träume geängſtigt. Düſter blickte
er beim erſten Erwachen umher, da gewahrte er den frommen Vater Hieronymus vor einer Lampe knien⸗ in feierliche Betrachtung verſun⸗ ken; das Aechzen des Erwachten ſtörte dieſen, und er trat mit liebreicher Miene zu deſſen kager.


