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„Der Eindruck, welchen es auf Ernſt machte, als ſie es ihm in's Feld nachſandte, war groß und tief; er trug es ſeitdem immer auf dem Herzen, und wie mir mehrere ſeiner Regiments⸗Camme⸗ raden verſicherten, ward es ihm in der That zum ſchuͤtzenden Palladium waͤhrend des ganzen Feld⸗ zuges. So oft ſich ihm auch die Gelegenheit bot, er ruͤhrte keine Karte mehr an, oder ſpielte hoͤch⸗ ſtens wie ein beſonnener Mann zu ſpielen pflegt... man hatte die gegruͤndetſte Urſache, an ſeine voͤllige Aenderung in dieſem Punkte zu glau⸗ ben.... ſeine Mutter, ſeine Verwandten, eine Geliebte, die er im Auslande fand, lebten beruhigt uͤber ihn.... da kam jener ungluͤckſelige Abend... unſere Aufforderung ließ ihn an dem Spiele Theil nehmen... unſere Bitten, unſere Spoͤttereien.... ach! muß ich es ſagen? mein leichtſinniges Scher⸗ zen und Draͤngen, hielten ihn, als er ſich zuruͤck⸗ ziehen wollte.... ein falſches Ehrgefuͤhl, unſerm Stande ſo eigen, ſo oft ſchon die Quelle der trau⸗ rigſten Verirrungen, machte, daß er, der wahrhaft Gebeſſerte, den Widerwillen uͤberwand, den er fuͤhlte, als wir ihn gewiſſermaßen zwangen noch laͤnger zu weilen.... Er dachte an die Mutter, an ſeine Vorſaͤtze.... wie Feuer brannte das war⸗ nende Bild auf ſeinem Herzen.... immer duͤſte⸗ rer wurde ſeine Stimmung, da wir ihn hielten, wir, die wir hierdurch ſeine Moͤrder wurden.“...
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